Der Traum vom irdischen Paradies wurde im Spiegel verschiedener Zeiten und Kulturen ganz unterschiedlich verwirklicht. Gärten und Parks geben uns nicht nur über die individuellen Befindlichkeiten ihrer Erbauer Auskunft, sondern auch über religiöse Vorstellungen oder politische Machtverhältnisse. Während Klostergärten zur stillen Einkehr einladen, feiern prächtige Herrschergärten den Überfluss. Dieses Buch lädt zu einem Spaziergang durch die schönsten Gärten der Welt ein und erzählt Geschichten von den Menschen, die dort Inspiration, Glück, Liebe oder Zuflucht gesucht haben. Neben der Dokumentation berühmter historischer Gärten in Kunstwerken, Fotografien und Plänen werden auch private Paradieslandschaften vorgestellt. Vor allem Künstler wie Monet, Klee oder Liebermann bezaubern mit den Bildern ihrer Gärten bis heute die Menschen auf der ganzen Welt.
Seit den 1960er-Jahren verwendete der Bildhauer Franz Bernhard (1934–2013) bevorzugt die Materialien Holz und Eisen. Noch während des Studiums an der Karlsruher Akademie begann er damit, aus einfachen Holzbalken gerüsthaft die Form von Büsten nachzubauen. Eisen als zweiter Werkstoff bot die Möglichkeit der freien Verknüpfung und weit auskragender Winkel. Die autonome, konstruktive Formkonstellation und das Bild des Menschen – besonders der Kopf als Motiv – bilden die Kristallisationspunkte seines Werks. In der Gegenüberstellung von Konstruktion und Dynamik, Labilität und Massivität erfasst Franz Bernhard die Widersprüchlichkeit des modernen Menschen und weist diese in großer plastischer Präsenz aus.
Bereits seit der Renaissance etablieren Maler wie Tizian und Rubens ihren privilegierten Status und präsentieren sich höfisch. Ausgehend von diesen Vorbildern, zeigt der reich bebilderte Band, wie diese Art der Selbstdarstellung im 19. Jahrhundert zu einem sensationellen Erfolgskonzept avanciert. Im Zentrum stehen sieben Maler aus unterschiedlichen Ländern als Paradebeispiele für den Typus des modernen Malerfürsten. Geschickt nutzen sie Netzwerke, öffentliche Medien, Ausstellungen und Atelierbesuche für den sozialen Aufstieg und die weltweite Vermarktung ihrer Werke. Gemälde, Fotografien, Kostüme und Möbel lassen ihre glamouröse Welt wieder aufleben.
Einen einzigartigen Überblick über die dänische Malerei des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts bekommen Sie im nördlich von Kopenhagen gelegenen Museum Ordrupgaard. Der Bogen spannt sich von den Wegbereitern des Goldenen Zeitalters über die Vertreter der nationalromantischen Richtung bis hin zu den Fünen-Malern, die in den Jahren um 1900 auf der gleichnamigen Insel eine ausnehmend farbintensive Freilichtmalerei praktizierten. In jener Zeit kulminierte Dänemarks Weg in die Moderne im Werk der bedeutenden Symbolisten Lauritz Andersen Ring (1854–1933) und Vilhelm Hammershøi (1864–1916). Dieser bildgewaltige Band eröffnet dem Leser die faszinierende Vielfalt der dänischen Malerei und entführt in die Welt großer und herausragender Künstler.
Aus Faszination für das eigene Bildnis haben sich Zivilisationen rund um den Globus seit jeher Spiegel verschiedenster Formen geschaffen. Ob zur Zeit der Mayas, in der Antike, im chinesischen Kaiserreich oder in unserem heutigen digitalen Medienzeitalter – Spiegel sind Inhalt der Kunst, der Religion und sogar der Wissenschaft. Das Buch zeigt Kunstwerke aus Museen und Sammlungen weltweit sowie Fotografien und Spiegelszenen aus Spielfilmen und kann dabei mit vielmehr als mit bloßen Spiegelbildern aufwarten. Es kreist um die acht Jahrtausende alte Geschichte des Spiegels und der mit ihm einhergehenden Selbsterkenntnis – es geht um Eitelkeit und Schönheit, um Mystik und Magie, um Schutz und Abwehr und nicht zuletzt um den Spiegel von heute, das Selfie.
Er war Maler, Bildhauer und Bühnenbildner, und sein großes Interesse galt der Figur im Raum. Oskar Schlemmer (1888–1943), 1920 von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen, übernahm 1923 die Leitung der dortigen Bühnenwerkstatt und schuf zahlreiche Bühnenbilder sowie Kostüme. Auch betätigte er sich leidenschaftlich als Tänzer und Choreograf. Nach dem internationalen Erfolg des Triadischen Balletts entwarf der Universalkünstler 1928 erneut Figurinen – diesmal für das Ballett Spielzeug, eine Adaption des Nussknackers am Sächsischen Staatstheater Dresden. Zahlreiche dieser Blätter befinden sich heute in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln. Im dritten Band der Reihe TheaterErkundungen werden diese innovativen „Bühnenraumexperimente“ vorgestellt und im Kontext von Ballett und Theater der Zeit betrachtet.
1889 ließen sich die ersten Maler in einem bis dahin unbekannten Moordorf vor den Toren Bremens nieder und machten Worpswede innerhalb weniger Jahre zur bekanntesten Künstlerkolonie Deutschlands. 2014 feiert das „Weltendorf“ das 125. Jubiläum seiner Gründung. Aus diesem Anlass wird sein facettenreiches Panorama vor dem Hintergrund der europäischen Kunst- und Zeitgeschichte neu beleuchtet. Wie eng Vision und Wirklichkeit, Erfolg und Scheitern in Worpswede stets nebeneinander lagen, verdeutlicht der umfangreiche Katalog. Nicht nur die bekannten Worpsweder Künstler – darunter Heinrich Vogeler, Paula Modersohn-Becker und Bernhard Hoetger – spielen eine Rolle, sondern auch Maler, die es wieder oder neu zu entdecken gilt: von Ottilie Reylaender über Bram van Velde bis hin zu den Malern der Jungen Gruppe.
Marion Anna Simon (geb. 1972) hat die Historienmalerei kreativ wiederbelebt. Mit Fantasie und vielfältigen künstlerischen Ideen erinnert sie an die tragische Figur Friedrich V. (1556–1632), der unter dem Spottnamen „Winterkönig“ in die Geschichte einging. Simons umfangreiches Malerei- und Performanceprojekt zeigt Selbstporträts, die mit historischen Figurauffassungen überblendet werden. Es führt den Betrachter durch ein Reich des luxuriösen Scheins, der ironisch auf die aktuelle Künstleridentität verweist. Der opulent bebilderte Katalog dokumentiert eindrucksvoll, wie die Künstlerin das Schicksal des gescheiterten Kurfürsten und Königs von Böhmen mit experimenteller, kulissenhafter Darstellungsweise in Malerei und Installation auferstehen lässt.
Schon seit 1984, aber mit besonderer Intensität seit vier Jahren, widmet sich der Bildhauer Claus Bury (geb. 1946) einer durch praktischen Nutzen entstandenen landwirtschaftlichen Formenwelt, die er selbst unter ästhetischen Gesichtspunkten als „Bauernarchitektur“ interpretiert. Auf seinen weltweiten Reisen nähert er sich mit der Kamera den unterschiedlichen, je nach Kulturkreis variierenden Verwertungsmöglichkeiten des Strohs, das mal per Hand, mal industriell, mal zu lockeren Heuhaufen, mal zu Ballen, Bündeln oder Quadern geformt wird. Burys Schwarz-Weiß-Fotografien gewähren faszinierende Einblicke in eine ebenso außergewöhnliche wie vielfältige architektonische Formenwelt, die Frühformen ebenso wie Architekturen, Strukturen, Industrielle Verarbeitung und schließlich den Zerfall dokumentieren.
Die faszinierende Technik der Hinterglasmalerei ist seit der Antike bekannt; in der Kunst der Klassischen Moderne erlangte sie einen späten Höhepunkt. Auch Heinrich Campendonk (1889–1957) experimentierte – wie viele seiner Kollegen des Blauen Reiters – ab 1911 mit der rückseitigen Malerei auf Glas und erzielte damit leuchtende Farben und ein ganz besonderes Tiefenlicht. Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts wurden nun kunsthistorische, kunsttechnologische und materialtechnische Untersuchungen vorgenommen und ein fundierter Werkkatalog mit mehr als 70 Hinterglasbildern erarbeitet. Reich illustriert mit Abbildungen auch der Rückseiten sowie Durchlichtaufnahmen erlaubt der umfangreiche Band einen tiefen Einblick in die Bildwelt Campendonks und seine überaus raffinierte Hinterglastechnik.
Die Gedächtnisausstellung 1912 Mission Moderne würdigt die Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln 1912 als epochemachende Ausstellung zur Kunstentwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Von ihr gingen entscheidende Impulse auf die damalige Kunst- und Kulturszene aus. Zu den teilnehmenden Künstlern gehörten die Meister der Moderne, darunter van Gogh, Gauguin, Cézanne, Picasso, Munch, Segantini, Denis und viele andere. Der begleitende Katalog zur aktuellen Ausstellung vereint nicht nur die 100 bedeutendsten Exponate von damals, sondern präsentiert eine nahezu vollständige Rekonstruktion der bahnbrechenden historischen Ausstellung in einer ebenso umfangreichen wie detaillierten wissenschaftlichen Aufarbeitung.
125 Jahre Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) – Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit den Beständen des Hauses. Die wissenschaftliche Recherche der vergangenen drei Jahre brachte eine Vielzahl verborgener Schätze ans Tageslicht. In der mehr als 20.000 Blatt umfassenden Grafischen Sammlung fanden sich Raritäten und Kostbarkeiten des Ornamentstichs, die hier erstmals publiziert werden. Die Bandbreite reicht von Entwürfen zu Architektur, Kunsthandwerk und Goldschmiedearbeiten bis hin zur außergewöhnlichen Schriftgestaltung sowie Tier- und Pflanzendarstellungen. Die ausgewählten Druckgrafiken und Handzeichnungen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert spiegeln eindrucksvoll die Vielfalt und Qualität einer Sammlung von hoher kunst- und kulturhistorischer Bedeutung wider.